Sehenswerte Ausstellungen in Bologna im Sommer 2026
Aktualisiert am 29 Juli 2026 Von Bologna Welcome
Zwischen Fotografie, zeitgenössischer Kunst, Film und den großen Meistern der Kunstgeschichte bietet der Sommer 2026 zahlreiche Gelegenheiten, Bologna durch seine Ausstellungen zu entdecken.
Museen, historische Paläste und Kulturstiftungen beherbergen Ausstellungen, die Persönlichkeiten wie Frida Kahlo, Banksy, Albrecht Dürer, Agnès Varda und Luigi Ghirri gewidmet sind. Ein abwechslungsreiches Angebot, das sich gut mit Spaziergängen unter den Arkaden und Tagen in der Altstadt kombinieren lässt.
Bis zum 31. Juli 2026
Fünfzehn Holzschnitte sowie das Titelblatt bilden den Ausstellungsparcours dieser Sonderausstellung, die der „Apoclypsis cum figuris“ von Albrecht Dürer gewidmet ist.
Das Werk, das Ende des 15. Jahrhunderts zur Illustration des letzten Buches des Neuen Testaments entstand, markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des illustrierten Buches: Ganzseitige Bilder und heiliger Text bilden eine doppelte Erzählung – visuell und schriftlich.
Die Ausstellung bietet zudem die Gelegenheit, einen Teil des reichhaltigen grafischen Bestands der Pinacoteca Nazionale di Bologna zu entdecken, der aus konservatorischen Gründen normalerweise nicht ausgestellt wird.

Bis zum 18. Oktober 2026
Keine bloße Sammlung von Werken, sondern eine Reise zu den Ursprüngen der Bildsprache von Banksy. Die Ausstellung rekonstruiert den künstlerischen und kulturellen Kontext der Bristoler Underground-Szene zwischen den 1980er-Jahren und den frühen 2000er-Jahren – ein Umfeld, in dem sich die Ausdrucksweise des berühmten britischen Künstlers herausgebildet hat.
Der Rundgang gliedert sich in 32 Abschnitte und vereint über 300 Werke, Originaldokumente und Archivmaterial. Neben Banksy finden auch die Künstler und Protagonisten der sogenannten „Bristol-Schule“ ihren Platz, die zur Entstehung einer kreativen Szene beitrugen, die die internationale Street-Art maßgeblich beeinflussen sollte.

Bis zum 27. September 2026
Frida Kahlo wird durch die Augen derer erzählt, die sie kannten, liebten und fotografierten. Die Ausstellung vereint 70 Originalfotografien von Künstlerinnen und Künstlern wie Edward Weston, Lucienne Bloch, Lola Álvarez Bravo, Nickolas Muray, Gisèle Freund, Imogen Cunningham und Graciela Iturbide.
Mehr als eine Biografie in Bildern lädt der Ausstellungsparcours dazu ein, darüber nachzudenken, wie Kahlo zur Konstruktion ihrer öffentlichen Identität beitrug. Körper, Schmerz, Kleidung, Selbstdarstellung und politisches Engagement werden zu Elementen eines persönlichen Bildes, das sich im Laufe der Zeit zu einer globalen Ikone entwickelt hat.

Bis zum 27. September 2026
Anlässlich des 100. Geburtstags von Giuseppe Chiari präsentiert das MAMbo die erste umfassende Retrospektive, die dem Künstler von einer öffentlichen Einrichtung gewidmet ist.
Musik, Performance, Schrift und bildende Kunst vereinen sich in einem Parcours, der das gesamte Schaffen von Chiari, einer zentralen Figur der italienischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, durchläuft. Die Ausstellung beleuchtet zudem seine Beziehung zu Fluxus, einer Bewegung, an der er teilnahm, dabei jedoch eine eigenständige und persönliche Haltung bewahrte.
Die Ausstellung wird von Konzerten und Veranstaltungen begleitet, die seinem musikalischen Schaffen gewidmet sind.

Bis zum 27. September 2026
Förderanlagen, Hochöfen, Tanks, Fachwerkhäuser und andere Industriegebäude stehen im Mittelpunkt der großen Retrospektive, die Bernd und Hilla Becher gewidmet ist.
Mit mehr als 350 Originalfotografien in Schwarz-Weiß, ergänzt durch Zeichnungen, Bücher und Plakate, rekonstruiert die Ausstellung die vom deutschen Künstlerpaar entwickelte stringente Methode. Die Bauwerke werden frontal und unter ähnlichen Lichtverhältnissen fotografiert und in Sequenzen angeordnet, die Unterschiede und Wiederholungen hervorheben.
Eine Sonderausstellung im Foyer präsentiert zudem Werke von Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Tata Ronkholz und verdeutlicht damit das Erbe, das die Bechers der Düsseldorfer Schule für Fotografie hinterlassen haben.

Bis zum 25. Oktober 2026
Ein Streifzug durch das Bologna der späten 1950er- und frühen 1960er-Jahre, auf den Spuren der Gesichter und Geschichten der Frauen, die damals in der Stadt lebten.
Die Ausstellung basiert auf einem Archiv mit über 5.500 Fotografien, die Antonio Masotti im Rahmen des Projekts Le Bolognesi aufgenommen hat. Nur ein Teil dieser Aufnahmen fand Eingang in den berühmten, 1963 veröffentlichten Bildband; viele der ausgestellten Bilder werden heute zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
Zwischen Arkaden, Bushaltestellen und Straßen der Innenstadt durchqueren die Protagonistinnen Bologna mit Natürlichkeit und Persönlichkeit. Das Ergebnis ist eine liebevolle Erzählung über die Stadt, aber auch ein Zeugnis der sozialen und kulturellen Veränderungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Ausstellung steht in einem ideellen Dialog mit „Viva Varda! Il cinema è donna“, die in den benachbarten Räumen der Galleria Modernissimo zu sehen ist. Hinweis: Sommerpause vom 3. bis 25. August 2026
Bis zum 10. Januar 2027
Regisseurin, Fotografin, Künstlerin und Pionierin der Nouvelle Vague: Agnès Varda steht im Mittelpunkt einer 1.200 Quadratmeter großen Ausstellung, die sich durch Kino, Fotografie, bildende Kunst und politisches Engagement zieht.
Filme, Fotografien, Kostüme, Installationen und Archivmaterial zeugen von der Vielfalt ihres Schaffens, ihrem Blick auf gesellschaftliche Veränderungen und ihrer Aufmerksamkeit für weibliche Figuren.
Ein eigener Bereich beleuchtet zudem die Beziehung zwischen Varda und Italien, während die gesamte Ausstellung die kreative Freiheit und Neugier einer Künstlerin vermittelt, die es versteht, sich ständig zwischen verschiedenen Ausdrucksformen zu bewegen.

Bis zum 4. Oktober 2026
Fotografie, Film und Literatur treffen im Project Room des MAMbo aufeinander, wo die intellektuelle und kreative Zusammenarbeit zwischen Luigi Ghirri und Gianni Celati beleuchtet wird.
Den Kern der Ausstellung bilden die Fotografien, die Ghirri zwischen 1989 und 1991 während der Dreharbeiten zu „Strada Provinciale delle Anime“, dem ersten Spielfilm unter der Regie von Celati, aufgenommen hat.
Dörfer, Deiche, Straßen und menschliche Figuren bilden eine poetische Erkundung der Landschaft der Poebene und setzen damit ideell die Erforschung fort, die Celati in seinem Buch Verso la foce begonnen hatte.

Der Sommer ist noch nicht vorbei, doch Bologna blickt bereits mit einem reichhaltigen Veranstaltungskalender auf die neue Jahreszeit.
Pere Torné Esquius: „Tisch im Garten“, ca. 1913. Öl auf Leinwand, 49 × 65 cm. Museu Carmen Thyssen, Barcelona
Edith Tudor-Hart ©Suschitzky Estate, mit freundlicher Genehmigung von Fotohof


©Cuoghi Corsello, „Quadrupede“, 2024. Synoptik

